Praktische Philosophie

Philosophieren beginnt, indem man sich und anderen philosophische Fragen stellt. Philosophische Fragen sind Fragen wie: Was ist Lüge? Was ist Wahrheit? Warum suchen Menschen miteinander Freundschaft? Was ist ein menschenwürdiges Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Haben Tiere Rechte? Sind wir frei? Warum haben Menschen Angst vor dem Tod? Inwiefern sollen wir die natürliche Umwelt achten? Was heißt vernünftig? Wie kann man logisch argumentieren? In diesem Zusammenhang nimmt die Praktische Philosophie die alltäglichen Grunderfahrungen der Schülerinnen und Schüler zum Ausgangspunkt (personale Perspektive), überprüft diese auf ihre sozialen und kulturellen Bedingtheiten (gesellschaftliche Perspektive) und wendet sie auf die Fragen der klassischen Philosophie an (Ideenperspektive). Die Planung des Unterrichts soll möglichst offen und flexibel angelegt werden, um die Erfahrungen und Fragen der Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich berücksichtigen zu können. Praktische Philosophie möchte die Empathiefähigkeit der Lernenden schulen, ein gesichertes Werte- und Selbstbewusstsein entwickeln und die Fähigkeit zur begründeten Urteilsbildung aufbauen. So werden sie dazu befähigt, in einer modernen demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt, tolerant und verantwortungsbewusst zu leben und Kriterien für die Beurteilung konkurrierenden Wertvorstellungen zu entwickeln. Im Fach sind die Themen in folgende sieben Fragenkreise gegliedert:

1. Die Frage nach dem Selbst

2. Die Frage nach dem Anderen

3. Die Frage nach dem guten Handeln

4. Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft

5. Die Frage nach Natur, Kultur und Technik

6. Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien

7. Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn