Engagierter Einsatz für die Global Goals – Unser Schüler Sami spricht vor Politikern und Publikum

auf dem Bürgerforum im Depot Aachen am 1. September 2020

Seit 2019 engagiert sich unsere Alkuinschule für die Global Goals. Das sind Ziele der Vereinten Nationen für eine fairere Welt. Menschen, Umwelt und Tiere sollen wertschätzend und respektvoll behandelt werden. Nur so schaffen wir Menschen gemeinsam eine Welt, in der sich alle wohlfühlen können. Nicht nur die Reichen und Privilegierten!

 

Letztes Jahr sind wir mit der 4. Aachener Gesamtschule und weiteren Schulen in einem Sternmarsch zum Aachener Markt gegangen. Dort haben Sami und Miray vor hunderten Menschen Ziele für unsere Schule formuliert. Wir wünschten uns eine gesunde Mensa und den Einsatz von Mehrwegflaschen. Die Durstlöscher, die es nur in Tetrapacks gab, verursachten Unmengen an Müll.

 

Es hat sich tatsächlich einiges verändert. Wir beziehen Brötchen und süße Teilchen von einem Aachener Bäcker und es gibt Getränke in Mehrwegflaschen. Wir merken das an den Mülltonnen, die nun nicht mehr überquellen. Die meisten Schüler*innen sind so vernünftig und bringen Essen in Tupperdosen mit und ihre Getränke in wiederbefüllbare Flaschen.

 

Für die Umwelt ist das gut und somit leisten wir einen wichtigen Beitrag! Mittagessen gibt es leider nicht. Da würden wir uns noch mehr Unterstützung von der Stadt wünschen.

 

Dieses Jahr muss der Sternmarsch der Schulen coronabedingt ausfallen. Leider! Aber wir haben unsere Anliegen an die Politiker weitergeleitet und sind eingeladen worden, auf dem Bürgerforum im Depot Aachen teilzunehmen und vorzusprechen.

 

 

Sami aus der 7. Klasse hat sich auch dieses Jahr getraut, unseren Antrag am Mikrofon vor Politikern aller Parteien und vielen Bürger vorzutragen:

 

„Ich bin Schüler der Alkuin-Realschule, die auslaufend schließend ist. Wir Schüler*innen fühlen uns hier sehr wohl. Bei den Global Goals geht es um faire und gerechte Bedingungen für Mensch und Umwelt. Wir möchten fair und gerecht bis zur Schließung der Schule behandelt werden und bitten die Politiker Aachens, uns zu unterstützen.“

 

(Damit meint Sami, dass es bis zum Schluss ein gutes Mensaangebot geben soll, die Schule noch nicht zur Baustelle wird, wenn die Schüler*innen noch in Ruhe unterrichtet werden wollen und dass die Lehrer*innen bleiben können, so lange es geht. Es soll zumindest nach guten Lösungen für Schüler*innen und Lehrer*innen gesucht werden!)

 

Die anderen Schulen stellen den Antrag nach Mensen, in denen Biofleisch angeboten wird. Tiere aus Massentierhaltung würden in unwürdigen Bedingungen gehalten.

 

Weiterhin wurde von einem Schüler auf die schlechte Ausstattung von digitalen Medien aufmerksam gemacht. In der Coronazeit sei deutlich geworden, wie schlecht teilweise Familien und Schulen ausgestattet seien. Hier müsse die Politik noch aktiver helfen!

 

Eine Schule forderte Wasserspender an jeder Schule, damit Schüler immer frisches Wasser zur Verfügung haben und keine Trinkpäckchen gekauft werden müssen.

 

Ein Schülersprecher sagte ganz mutig, dass es für homosexuelle Schüler*innen oft schwer an Schulen sei. Man würde ausgelacht, als „Schwuchtel“ beschimpft und deshalb forderte er, dass es einen Tag geben müsse, an dem an allen öffentlichen Gebäuden die Regenbogenfahne gehisst würde als Zeichen der Solidarität.

 

Ich fand die Veranstaltung toll und war sehr stolz auf alle Schüler*innen, die vor so vielen Menschen selbstbewusst geredet und somit ihren Beitrag für eine gerechtere Welt geleistet haben.

 

Wenn junge Menschen ihren Mund aufmachen, hören die Politiker aufmerksam zu. Das hat man auf dem Bürgerforum gespürt. Alle Politiker haben sich bei den Schüler*innen bedankt und versprachen, sich um die Anträge zu kümmern. Sie alle sind sich einig: Schüler*innen sollen noch mehr in Aachen und überall gehört werden. Ihre Anliegen sind wichtig!!!

 

Aachen, 2. September 2020

Linda Schmitz, Schulsozialarbeiterin